Rheinische Post: Kommentar: In Syrien wird der falsche Krieg geführt

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Auch wenn noch umstritten ist, wie genau es zum
Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs im türkisch-syrischen
Grenzgebiet kam, so war dieser Zwischenfall doch vorhersehbar. Und er
kann sich jederzeit wiederholen. Das liegt vor allem daran, dass die
verschiedenen Akteure völlig unterschiedliche Ziele verfolgen.
Während die Staaten der Koalition sich darauf konzentrieren, den
Islamischen Staat (IS) in Syrien und im Irak anzugreifen,
bombardieren die Türken weiter auch die Stellungen kurdischer
Kämpfer, als wären diese nicht das derzeit wichtigste Bollwerk gegen
den IS. Und Wladimir Putins Piloten greifen jeden an, der gegen
Syriens Diktator Baschar al Assad die Waffe erhebt, besonders gerne
aber Rebellen-Gruppen, obwohl diese ebenfalls gegen den IS kämpfen.
Der Abschuss hat deutlich gemacht, wie schwierig es sein wird, die
große Allianz gegen die Terror-Armee des IS zu bilden, der jetzt alle
das Wort reden. Solange Russen und Türken nicht aufhören, unter dem
Banner des Kampfes gegen die Dschihadisten in Wirklichkeit vor allem
ihre ganz eigenen Kriege zu führen, ist ein solches Bündnis nichts
wert. Schlimmer noch, es spielt den Terrorfürsten des selbst
ernannten IS-Kalifats in die Hände.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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