Rheinische Post: Kommentar / Innenminister Jäger ist angezählt = Von Martin Kessler

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Als „Jäger 90“ bespöttelte die frühere
schwarz-gelbe Landesregierung einen jungen sozialdemokratischen
Innenpolitiker, der das durchaus als Ehrung empfand. Denn der heutige
Innenminister und damalige Oppositionspolitiker Ralf Jäger war stets
zur Stelle, wenn es galt, die Schwächen der früheren Landesregierung
hart zu attackieren. Dabei forderte er nicht selten den Rücktritt des
jeweiligen Ministers, der angeblich die Fehler zu verantworten hatte.
Heute kehrt sich die politische Angriffslust gegen Jäger. Daran ist
er nicht unschuldig. Denn er hat gravierende Probleme mit der
Sicherheit in NRW: angeblich rechtsfreie Räume in Duisburg, Ohnmacht
der Polizei bei der rechtsextremen Hogesa-Demo in Köln, falscher
Korpsgeist bei Spezialeinheiten und jetzt das Versagen der Kölner
Polizei in der Silvesternacht. Allzu viel darf nicht mehr
hinzukommen, auch wenn man nicht alles ihm persönlich anlasten kann.
Doch dass er seinen Kölner Vorzeige-Polizeipräsidenten suspendieren
muss, spricht Bände. Für einen Rücktritt reicht das noch nicht aus.
Aber Jäger muss nun in die Offensive gehen, um Zweifel an seiner
Kompetenz zu zerstreuen. Die Aussagen im Innenausschuss reichen dafür
nicht aus.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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