Rheinische Post: Kommentar: Integration auf Türkisch

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Der Ausgang des Referendums in der Türkei
wirkte wie ein Weckruf. Obwohl im Vergleich zur Zahl der in
Deutschland lebenden Türken hierzulande nur wenige Erdogan
tatsächlich ihre Stimmen gaben, ist eine neue Integrationsdebatte
entbrannt. Es ist jedoch eine Debatte, die eigentlich schon seit den
60er Jahren, als die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland
kamen, ernsthaft hätte geführt werden müssen. Die Türken gelten in
Deutschland als die Migrantengruppe mit den schlechtesten
Integrationsindex-Werten. Sie haben die engsten Verbindungen in die
alte Heimat, nutzen am meisten Medien aus der Heimat und sind am
stärksten ihrer Muttersprache verbunden. Heiraten in die deutsche
Gesellschaft sind selten. Derartige Trends ignorierte die deutsche
Politik bisher. Warum? Es ist wohl eine Mischung aus übertriebener
Toleranz und Desinteresse. Die Türken wiederum taten ihrerseits wenig
dafür, dass sich dieser Status ändert. Sie isolierten sich, statt ihr
Recht auf Teilhabe an der deutschen Gesellschaft einzufordern.

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