Rheinische Post: Kommentar / Internet auf Ungarisch = Von Matthias Beermann

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Der Plan der ungarischen Regierung von Viktor
Orbán, den Internet-Konsum zu besteuern, droht zum monumentalen
Rohrkrepierer zu geraten. Betroffen von der neuen Abgabe fühlen sich
vor allem junge, urbane Ungarn. Aber der Unmut über die
Internet-Steuer geht weit über dieses Milieu hinaus. Auch in Ungarn
gehört die Internetnutzung längst zum Alltag breiter
Bevölkerungsschichten. Dass die Regierung vom Ausmaß der Proteste
offenbar überrascht wurde, zeigt, wie sehr sich Orbán trotz seiner
volkstümelnden Parolen von der Lebenswirklichkeit vieler Ungarn
entfernt hat. Das größte Problem des Landes aber ist die wuchernde
Korruption. Die Schamlosigkeit, mit der sich einige Funktionäre der
Regierungspartei Fidesz bereichern, ist erschreckend. Selbst enge
Berater Orbáns stehen im dringenden Verdacht, die Hand aufgehalten zu
haben. Die Günstlingswirtschaft ist dabei, Ungarns Institutionen und
seine Wirtschaft zu zerfressen. Ein Trauerspiel für ein Land, das
einmal als Modell des gelungenen Übergangs vom Sozialismus zu
Marktwirtschaft und Demokratie galt.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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