Rheinische Post: Kommentar / Jäger unter Druck = Von Kirsten Bialdiga

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Viel mehr darf sich NRW-Innenminister Ralf
Jäger (SPD) nicht mehr erlauben. Dass der Staat in jener
Silvesternacht in Köln seine Bürgerinnen nicht schützen konnte, ist
schon ungeheuerlich genug. Dass der dafür Verantwortliche in der
Landesregierung nun aber auch noch einräumt, er habe schon am
Neujahrsabend von Straftaten größeren Ausmaßes gewusst, bringt Jäger
zusätzlich in die Bredouille. Denn der Innenminister hielt es weder
am 1. noch am 2. noch am 3. Januar für nötig, die Öffentlichkeit
darüber zu informieren, was in Köln geschehen war. Erst vier Tage
später ließ er von sich hören. Glaubte er etwa, die Vorfälle ließen
sich unter der Decke halten? Schon länger steht Jäger unter Druck. In
seinem Ministerium häufen sich die Fehl-Leistungen:
Hogesa-Ausschreitungen in Köln, Misshandlungen in Flüchtlingsheimen,
No-go-Areas. An Gelegenheiten, sich in schwierigen Lagen vor dem
Parlament zu verantworten, mangelte es Jäger zuletzt nicht. Dennoch
gab er gestern keine überzeugende Figur ab. Weitere Fehler wird er
sich bei der Aufklärung der Geschehnisse von Köln nicht mehr erlauben
können.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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