Rheinische Post: Kommentar / Karstadt-Tod auf Raten = Von Georg Winters

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Mehr als einmal sind bei Karstadt neue
Eigentümer und neue Manager eingezogen. Allen gemein ist, dass sie
die Schuld für die Misere des Warenhauskonzerns bei anderen suchen,
nie bei sich selbst. Diesmal sind Stadtobere die Missetäter, die die
Innenstädte nicht attraktiv genug gemacht haben. Die Wahrheit ist:
Große Teile von Karstadt sind für keine Innenstadt gut genug, weil
die Filialen überdimensioniert sind und das Sortiment falsch
ausgewählt ist. An der verkorksten Lage ist vor allem Karstadt selbst
schuld. Das Unternehmen stirbt einen Tod auf Raten, und das wird den
Arbeitnehmern in nur scheinbar erträglichen Dosen vermittelt. Seit
Monaten verhandeln Karstadt und Verdi, seit Monaten verlangen die
Gewerkschafter ein Zukunftskonzept, seit Monaten gibt es im Gegenzug
fast ausschließlich Sparprogramme und Schließungsankündigungen. Unter
solchen Voraussetzungen ist es schleierhaft, wie Karstadt je wieder
erfolgreich arbeiten soll. Aber vielleicht haben René Benko und Co.
ja auch kein Interesse am Handel. Das sollten sie dann aber auch klar
sagen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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