Rheinische Post: Kommentar: Kleinanleger ohne Einfluss

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Eigentlich liegt Hauptversammlungen ja ein sehr
demokratischer Gedanke zugrunde: Einmal im Jahr müssen Manager ihren
Anteilseignern, also auch dem Kleinaktionär, Rede und Antwort stehen.
Eine Aktie reicht, um Antworten einfordern zu dürfen. Aber was dann?
Die Hauptversammlung bei VW, so turbulent sie auch gewesen sein mag,
hat noch einmal verdeutlicht, wie machtlos Kleinanleger in diesem
Konzern sind. Ihre Bedeutung steckt schon im Namen. So war es auch
gestern. Die Manager ließen sich ein paar Stunden anschreien, wussten
aber, dass alle wichtigen Entscheidungen schon vorher vom Land
Niedersachsen, dem Emirat Katar und den Eigentümer-Familien Porsche
und Piëch getroffen worden waren. Zum Symbol dieses Kungel-Kartells
ist Hans Dieter Pötsch geworden. Als Finanzvorstand war er beim
Auffliegen des Abgas-Skandals Teil des Systems, nun soll er als
Chefaufseher Teil der Lösung sein. Das erzürnte zwar viele
Kleinanleger und widerspricht den Regeln für saubere
Unternehmensführung – na und? Dass sich die Familien oder ein wenig
demokratisches Land wie Katar so verhalten, muss man wohl hinnehmen.
Dass sich auch die niedersächsische Politik für diese Farce
einspannen lässt, ist das viel größere Problem.

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