Rheinische Post: Kommentar / Kunden zweiter Klasse = Von Florian Rinke

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Der gestrige Tag war ein Spiegelbild des
VW-Skandals: In den USA stimmte der Konzern einem
Milliarden-Vergleich zu und entschädigt selbst die Kunden, die ihr
Fahrzeug nur geleast haben. Der Druck der US-Behörden und der
US-Justiz ließ dem Konzern gar keine andere Wahl. In Düsseldorf traf
sich unterdessen ein Audi-Fahrer mit Anwälten seines Autohaus wegen
des Abgas-Skandals vor Gericht. Für ihn wird es wohl nichts geben. So
wie bislang für fast alle VW-Kunden in Europa. Stattdessen zahlt man
Millionen an Anwälte, um sich die wütenden Kunden vom Leib zu halten.
Rechtlich mag das okay sein, doch es geht um mehr als Paragrafen. Für
Volkswagen und seine Tochter Audi sind die deutschen Autofahrer
Kunden zweiter Klasse, obwohl hier ein Großteil der Fahrzeuge
verkauft wird und ein Teil der Milliarden verdient werden muss, die
man nun in den USA ausgegeben hat. Trotzdem sollen ausgerechnet
Leute, die Volkswagen jahrelang betrogen hat, auch künftig dafür
sorgen, dass die Kassen weiter klingeln. Die Frage ist nur, ob die
Kunden dann auch noch kommen.

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