Rheinische Post: Kommentar / Lehrer-Tandem nötig = Von Detlev Hüwel

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Es lässt aufhorchen, wenn die Lehrerverbände –
wie jetzt wieder – unisono über Missstände bei der schulischen
Inklusion klagen. Sie tun das gewiss nicht in der Absicht, sich die
Arbeit leichter zu machen, sondern sie sprechen nur das aus, was
viele Eltern von Kindern in inklusiven Schulen ebenfalls umtreibt:
Ohne vernünftige Personalausstattung droht der gemeinsame Unterricht
von Kindern mit und ohne Handicaps zu einer Gratwanderung zu werden.
Vernünftig heißt in diesem Fall: Lehrer-Doppelbesetzung. Wenn ein
Kind mit Lern- oder Entwicklungsdefiziten die Klasse stört, ist es
gut, wenn sich ein Sonderpädagoge seiner annehmen kann. Deshalb ist
die Forderung nach einem Lehrer-Tandem nachvollziehbar und
pädagogisch richtig. Tatsache ist aber auch, dass es in NRW nicht
genügend Fachkräfte gibt, zumal sie auch von anderen Bundesländern
heftig umworben werden. Die zweitbeste Lösung ist die
Weiterqualifizierung der vorhandenen Lehrkräfte. Offenbar geschieht
dies derzeit überwiegend nur auf Schmalspur-Basis. Das darf so nicht
bleiben.

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Rheinische Post
Redaktion

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