Rheinische Post: Kommentar / Lufthansa muss Tempo machen bei Air Berlin = Von Reinhard Kowalewsky

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Die Diskussion über Staatshilfen für Air Berlin
lenkt nur vom wichtigsten Thema ab. Lufthansa muss schnell klar
machen, dass der frühere Wettbewerber übernommen wird und zu welchen
Konditionen dies geschehen soll. Zugleich muss schnell eine Einigung
zum 1,2 Milliarden Euro hohen Schuldenberg gefunden werden: Air
Berlin hat das Geld auch mit Bürgschaften des Haupteigentümers Etihad
eingesammelt – also muss die Airline aus Abu Dhabi für die Schulden
ganz oder weitgehend einstehen. Wenn Lufthansa im Gegenzug eine
Einbindung in das globale Streckennetz anbietet, sollte Etihad besser
jetzt als später zustimmen. Der Wert von Air Berlin und der
Partnerfirma Niki sinkt jeden Monat, die Schulden steigen wegen
anhaltender Verluste nur weiter – das kann und darf
selbstverständlich der deutsche Steuerzahler nicht übernehmen. Gerade
die Belegschaft hat ein Interesse an einer schnellen Lösung. Falls
Air Berlin aus dem Markt ausscheiden würde, wäre Ryanair aus Irland
der Hauptgewinner und würde die freien Flugrechte für sich
beanspruchen. Bei diesen Flügen wären Tarifverträge sicher ein
Fremdwort. Die Gewerkschaft Ufo drückt also zu Recht aufs Tempo.

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