Rheinische Post: Kommentar / Lufthansa und die Moral = Von Reinhard Kowalewsky

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Bei der Bewältigung der Germanwings-Katastrophe
macht die Lufthansa eine immer unglücklichere Figur. Vorstandschef
Carsten Spohr fehlte gestern bei der Trauerfeier in Südfrankreich –
er wolle die Atmosphäre nicht belasten, heißt es. Gespräche mit den
Opferanwälten über die angebotenen Schmerzensgelder lehnte der
Konzern ab. Im aktuellen „Spiegel“ verteidigt weder Spohr noch ein
Vorstand die angebotenen Schmerzensgelder – ein externer Anwalt
spricht. Das Vorgehen legt nahe, dass Spohr die moralische Dimension
der Katastrophe nicht ausreichend begriffen hat. Die Maschine stürzte
ab, weil ein Lufthansa-Pilot sie gezielt gegen einen Berg steuerte.
Dies war auch möglich, weil Hinweise auf dessen angeschlagene Psyche
zu wenig beachtet wurden. Der Konzern hatte es – im Gegensatz zu
anderen Airlines – für unmöglich gehalten, dass ein Pilot Selbstmord
im Cockpit begeht. Also gab es keine Zwei-Personen-Pflicht im
Cockpit. Diese Versäumnisse sind nicht rückgängig zu machen. Aber die
Lufthansa muss stärker auf die Angehörigenfamilien zugehen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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