Rheinische Post: Kommentar / Machtkampf auf Kosten der Allgemeinheit = Von Michael Bröcker

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Lokführer werden relativ ordentlich bezahlt.
Sie verdienen zwischen 2500 und 3400 Euro brutto pro Monat und liegen
damit knapp unter dem Durchschnittsverdienst in Deutschland. Tram-
und Busfahrer verdienen weniger, Piloten deutlich mehr. Dafür haben
Lokführer einen relativ sicheren Job, die Einstiegshürden sind
niedrig. Ist das ein Grund für flächendeckende, tagelange Streiks am
Ende der Herbstferien? Eher nein. In Wirklichkeit ist
Gewerkschafts-Chef Claus Weselsky, der in Interviews seine machtvolle
Position selbstlobend herausstellt, im Kampf gegen die zweite
Bahn-Gewerkschaft EVG. Er nutzt – buchstäblich – die
Scharnierfunktion seiner Mitglieder aus, um einen
gewerkschaftsinternen Machtkampf auszutragen. Das dürfen die
Öffentlichkeit und die Politik ihm nicht durchgehen lassen. Auf den
Gesetzgeber können die Bahnkunden indes kaum hoffen, da ein Gesetz
gegen die Spartengewerkschaften schon aus juristischen Erwägungen
Zeit braucht und sorgsam diskutiert werden muss. Das Streikrecht ist
ein hohes Gut in diesem Land. Vielmehr sollten die Lokführer selbst
den Druck auf ihren Chef erhöhen. Maß halten ist eine Tugend, die am
Ende sogar zu mehr Geld führen kann.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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