Rheinische Post: Kommentar / Manöver mit Botschaft = Von Matthias Beermann

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Militärmanöver sind ab einer gewissen Größe
nicht nur militärische, sondern auch politische Veranstaltungen. Für
die Nato-Großübung „Anaconda“, die gestern in Polen begann, gilt das
allemal. Das Ganze mag durchaus dem Training der militärischen
Zusammenarbeit dienen, gedacht ist „Anaconda“ jedoch vor allem als
große Beruhigungspille für die osteuropäischen Staaten, besonders die
Balten und die Polen. Unter denen grassiert seit der russischen
Aggression gegen die Ukraine die Angst, früher oder später selbst zum
Ziel eines russischen Angriffs zu werden – und sei es einer, der im
Stil der von den Russen zuletzt perfektionierten „hybriden“
Kriegsführung vorgetragen wird. Es geht um ein Signal der Nato an die
osteuropäischen Verbündeten: Sollte es tatsächlich zum Ernstfall
kommen, werden wir euch beistehen. Bei der Verteidigung wohlgemerkt.
Insofern ist die Botschaft auch für Russland gedacht. Das wird die
Propagandisten im Kreml nicht davon abhalten, über angebliche
Angriffspläne der Nato zu orakeln. Aber dafür hätten sie auch einen
anderen Vorwand gefunden.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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