Rheinische Post: Kommentar / Mehr Debatte, bitte! = Von Eva Quadbeck

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In der Außenpolitik läuft der Bedarf an
öffentlicher Auseinandersetzung über die neue Rolle Deutschlands in
der Welt den Realitäten hinterher. Noch ist nicht verdaut, dass die
Deutschen mit dem Nordirak jetzt Waffen und Ausbilder in ein
Kampfgebiet schicken, da liegen auch schon die nächsten Anfragen auf
dem Tisch. Dass Deutschland in einer Krisensituation, wie es sie
weltweit schon lange nicht mehr gegeben hat, mehr Einsatz zeigt, als
lange denkbar war, ist nicht zu kritisieren. Im Gegenteil: Die Zeit
dafür ist reif, die internationale Erwartung groß. Die Regierung muss
aber unbedingt – in viel größerem Umfang als bislang – ihre
Entscheidung öffentlich erklären. Dafür ist keine Kriegspropaganda
vonnöten, wohl aber Transparenz darüber, wozu man noch bereit ist.
Die Bundeswehr marschiert den Realitäten leider noch weiter
hinterher. Plötzlich sieht sich eine Armee, die bislang tapfer Deiche
gegen Hochwasser verteidigte, immer mehr internationalen
Anforderungen ausgesetzt, für die sie weder personell noch technisch
gerüstet ist. Da besteht Handlungsbedarf.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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