Rheinische Post: Kommentar / Merkel braucht Tsipras = Von Matthias Beermann

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Die griechische Regierung von Alexis Tspiras
ist an ihrer Sollbruchstelle angelangt. Die Reform des längst
unbezahlbar gewordenen Rentensystems wurde schon von seinen
Vorgängern verschleppt, weil diese einen Volksaufstand befürchteten.
Nun haben die internationalen Gläubiger die Reform erzwungen, und der
Aufstand ist da. Es ist denkbar, dass der nur mit einer hauchdünnen
Mehrheit regierende Tsipras über das Rentengesetz stolpert. Das wäre
fatal, denn schon wieder Neuwahlen kann das Land, dass 2015 mit zwei
Urnengängen und einem nutzlosen Referendum schon genug kostbare Zeit
verplempert hat, sich nicht leisten. Schlimm wäre allerdings auch,
wenn Tsipras unter Verweis auf die Proteste jetzt wieder mit dem
Feilschen begänne. Wie man die Härten des Sparkurses für die kleinen
Leute besser abfedern kann, darüber ließe sich gewiss reden. Aber das
Rettungspaket wieder aufzuschnüren, das ist keine Option. Mal sehen,
ob Angela Merkel auch diesmal hart bleibt – obwohl sie in der
Flüchtlingsfrage nicht zuletzt auf Tsipras angewiesen ist, um ihre
Kanzlerschaft zu retten.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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