Rheinische Post: Kommentar / Merkels riskanter Kurs in der Flüchtlingsfrage = Von Martin Bewerunge

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Tief empfundenes Mitleid, aufrichtige
Hilfsbereitschaft, zunehmende Beunruhigung: Es sind wahrhaftig
gemischte Gefühle, welche von den Deutschen Besitz ergreifen
angesichts der Bilder und Nachrichten vom nicht abreißenden
Flüchtlingsstrom, der sich ins Land ergießt.

In dieser unübersichtlichen Lage gilt es für die Politik, das gute
Werk jener zu unterstützen, die sich allerorten engagieren – ohne
dabei die Mahner zu übergehen. Angela Merkel wird dem nicht gerecht.
Die zuletzt von der Kanzlerin ausgegebene Parole, bei der Aufnahme
von Bürgerkriegsflüchtlingen in Deutschland könne es ebenso wenig wie
beim Recht auf Asyl Obergrenzen geben, ruft bei vielen Kopfschütteln
hervor, die wissen: Es gibt Obergrenzen, und zwar bei der
Aufnahmekapazität. Dass die menschenwürdige Unterbringung aller, die
kommen, auch hierzulande immer schwieriger wird und scheitern dürfte,
wenn denn alle kämen, die das könnten, ist keine Einsicht von
Extremisten. Das sagt einem der gesunde Menschenverstand.

Das Flüchtlingsproblem kann nur europäisch gelöst werden. Dieses
Ziel hat höchste politische Priorität. Es zu erreichen, wird
schwierig genug. Merkels Alleingänge aber machen alles nicht
einfacher.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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