Rheinische Post: Kommentar / Merkels wunder Punkt = Von Matthias Beermann

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Dass die Türkei seit einigen Jahren eine
ausgeprägte Nähe zu islamistischen Strömungen pflegt, ist alles
andere als eine gewagte Behauptung. Als die arabischen Rebellionen
ausbrachen, bekam der damalige Premier und heutige Präsident Recep
Tayyip Erdogan sogar Beifall aus dem Westen, als er das türkische
Modell eines säkular geprägten Islam in der Region als Vorbild
vermarktete. Doch dabei blieb es nicht. So ließen sich Vertreter der
palästinensischen Hamas auf Parteitagen von Erdogans AKP bejubeln.
Und es ist ein offenes Geheimnis, dass die Türkei auch im syrischen
Bürgerkrieg auf radikale Islamistengruppen gesetzt hat. Alles nicht
neu also. Aber nun ist es amtlich, seit die Antwort der
Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage bekanntwurde, die Erdogan
erstmals direkt in die Nähe von Terroristen rückt. Das nun
einsetzende Toben in Ankara war zu erwarten. Es trifft Angela Merkel
an ihrer empfindlichsten Stelle. Es wird ihr nun noch schwerer
fallen, ihre konziliante Haltung gegenüber der Türkei zu verteidigen.
So zu tun, als wäre nichts – das wird nicht mehr lange gut gehen.

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