Rheinische Post: Kommentar / Mildes Urteil = Von Detlev Hüwel

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Eigentlich könnte der Attentäter mit dem
gestrigen Urteil mehr als zufrieden sein. Frank S. hat Henriette
Reker – stellvertretend für alle „linken“ Politiker – töten wollen.
Das steht für das Oberlandesgericht Düsseldorf zweifelsfrei fest.
Dennoch hat es mit Blick auf die schwere Kindheit und früh
eingesetzte Persönlichkeitsstörungen gewisse Milde walten lassen.
Hinzu kommt, dass Henriette Reker den Messeranschlag wie durch ein
Wunder überlebt hat und heute als Oberbürgermeisterin in Köln tätig
sein kann. Doch der Mann, der sich von Verschwörern und Manipulatoren
umgeben wähnt, fühlt sich auch diesmal wieder ungerecht behandelt und
kündigt Revision an. Das wird ihm nichts nutzen. Auf anwaltlichen Rat
hört er allerdings schon lange nicht mehr. S. ist ein vernagelter
rechtsradikaler Wirrkopf, ein gefährlicher Einzelgänger. Die Frage
ist, ob er sich nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis (nach wie
viel Jahren?) wirklich so im Griff hat, dass ihn niemand mehr zu
fürchten braucht. Wer ihn im Gerichtssaal erlebt hat, könnte daran
erhebliche Zweifel haben.

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Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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