Rheinische Post: Kommentar: Minister Jäger will seinen Kopf retten

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Die Absetzung des Kölner Polizeipräsidenten war
längst überfällig. Immer wieder hat die Polizei der Domstadt für
negative Schlagzeilen gesorgt. So etwa bei den Ausschreitungen der
Hooligans 2014 oder im vorigen Jahr mit dem Wirbel um das SEK. Doch
das, was in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof passiert ist,
hat eine ganz andere Dimension. Die Polizei blieb weitgehend
machtlos, während viele Frauen Schreckliches durchlitten. Doch statt
knallharter Ermittlungsarbeit gab es zunächst nur Beschwichtigung und
Vertuschung. Sogar die Kölner Oberbürgermeisterin fühlt sich nun
hintergangen. Innenminister Ralf Jäger hat gestern endlich die
Notbremse gezogen und Albers geschasst. Damit hofft er auch, seinen
Kopf zu retten. Schließlich trägt er als oberster Chef der Polizei
politische Verantwortung für das ungeheure Organisationsversagen in
Köln. Jäger hätte in seiner Oppositionszeit als „empörungspolitischer
Sprecher“ der SPD sicher keinen Moment gezögert, bei einer ähnlichen
Lage einen CDU-Minister zum Rücktritt aufzufordern. Doch er kann
jetzt damit rechnen, dass Hannelore Kraft an ihm festhält. Ein Jahr
vor der Landtagswahl kann sie sich einen solchen Eklat nicht
erlauben.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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