Rheinische Post: Kommentar / Ministerin Schulze hat sich verrannt = Von Thomas Reisener

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Dass der landeseigene BLB mal wieder in einen
millionenschweren Bauskandal verstrickt ist, lässt kaum noch jemanden
aufhorchen. Dass die Prüfer aber derart explizit einem
Fachministerium die Mitschuld dafür geben, ist neu. Unter der Regie
von NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) galt beim Neubau
der Fachhochschule Bielefeld offensichtlich die Parole „Koste es, was
es wolle“. Und als der BLB dann auch noch anbot, mit den ausufernden
Mehrkosten irgendeinen anonymen Topf zu belasten, war ihr Team auch
schon zufrieden. Egal, über welchen Kanal der Steuerzahler die Zeche
bezahlt – Hauptsache, das eigene Haus bekommt keinen Ärger. Zu dumm,
dass Schulzes Mitarbeiter diese Haltung auch noch schriftlich
festgehalten haben. So werden die staunenden Steuerzahler nun Zeugen
eines Amtsverständnisses, das so gar nicht zum sonstigen Vokabular
der Landesregierung passt. Dort kommen sonst ziemlich oft die
Begriffe „ganzheitlich“, „nachhaltig“ und „transparent“ vor.
Vielleicht müssen dem Wissenschaftsministerium die Hochschulbauten ja
wichtiger sein als die Landesfinanzen. Aber etwas mehr
interdisziplinäres Denken darf man von einer Wissenschaftsministerin
trotzdem erwarten.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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