Rheinische Post: Kommentar / Mit Feinden verhandeln = Von Martin Kessler

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In der Hölle von Syrien sind seit dem Beginn
des Bürgerkriegs mehr als 250.000 Menschen gestorben. Bislang hat die
Weltgemeinschaft versagt, den blutigen Konflikt zu lösen. Der dritte
Anlauf muss ein Ende dieses entsetzlichen Massakers bewirken, selbst
wenn die beteiligten Mächte für das zerrissene Land keine endgültige
Lösung finden. Deshalb müssen alle Gruppen – mit Ausnahme des
mörderischen Islamischen Staats – an den Verhandlungstisch. Denn
einen Waffenstillstand schließt man nicht mit Freunden und
Verbündeten, sondern mit Feinden, die man nicht besiegen kann.
Außenminister Steinmeier hat recht, wenn er von vorneherein keine
Gruppen ausschließen will. Das bedeutet, dass auch Islamisten, der
blutrünstige Assad, der größenwahnsinnige Erdogan und der kalte
Machtpolitiker Putin mit von der Partie sind – neben den Saudis und
dem Iran, die auch nicht gerade als demokratische Musterschüler
gelten. Es ist kompliziert genug, diesen Konflikt zu lösen. Wenn
wichtige Gruppen zu Beginn ausgeschlossen werden, ist die
Syrienkonferenz schon im Ansatz gescheitert.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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