Rheinische Post: Kommentar: MythosÄrztemangel

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Funktionäre klagen gerne über Ärztemangel, um
im Gegenzug mehr Geld zu fordern. Dabei gibt es genug Ärzte in
Deutschland, sie sind nur falsch verteilt. Ballungszentren sind
überversorgt, auch weil dort viele Privatpatienten leben. Auf dem
Land fehlt es dagegen an Hausärzten – aber auch nicht in dem Maße,
wie Lobbyisten gerne glauben machen. NRW hat faktisch kein Problem.
Das System braucht nicht mehr Geld, es braucht bessere Organisation
zum Wohl von Patienten und Ärzten. Warum verdienen Radiologen und
Augenärzte viel mehr als Hausärzte, obwohl Letztere als
Grundversorger für Körper und Seele eine zentrale Funktion haben?
Warum sind Facharztpraxen oft so schlecht organisiert, dass Patienten
selbst in Großstädten Wochen auf Termine warten müssen? Warum dürfen
Kliniken auf dem Land nicht ambulant arbeiten? Warum kauft man frei
werdende Arztsitze in Städten nicht auf? Anstatt Landarzt-Programme
aufzulegen, sollte sich Minister Gröhe lieber mit der Facharzt-Lobby
anlegen. Er aber löst Konflikte lieber mit Geld, der Beitragsschock
geht auf sein Konto.

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Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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