Rheinische Post: Kommentar: Neue Fragen zu Köln

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Mehr als ein halbes Jahr nach den
Silvester-Übergriffen in Köln gibt es jetzt neue Berichte über
Vergewaltigungen auf dem Bahnhofsvorplatz und damit neue Fragen.
Warum erfahren wir erst jetzt davon? Die Schilderungen stammen von
den beiden betroffenen Frauen, die sich einer Beratungsstelle
anvertraut haben. Offenbar mochten sie sich nicht an die Behörden –
Polizei oder Justiz – wenden. Das mag man bedauern, weil sie
möglicherweise dazu beitragen könnten, die Täter dingfest zu machen.
Andererseits muss man diese Entscheidung der geschundenen Frauen
respektieren. Sie konnten sich auf die ihnen zugesagte Diskretion
verlassen. Erst jetzt, vor dem Untersuchungsausschuss, der
gerichtsähnliche Vollmachten hat, musste die Beratungsstelle ihr
Wissen anonymisiert preisgeben. Bleibt zu hoffen, dass bald Klarheit
über diese ungeheuerlichen Vorgänge herrscht. Angesichts des riesigen
Chaos bei der Aufklärung der Silvesterübergriffe (Stichwort: Löschung
von Telefondaten) mag man daran aber nicht mehr so recht glauben.

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Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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