Rheinische Post: Kommentar / Nicht jeder Blick ist auch einÜbergriff = Von Martina Stöcker

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Bei Straftaten wird in der gesellschaftlichen
Diskussion die Herkunft von Tätern immer wichtiger. Das ist gut und
andererseits sehr gefährlich. Denn Zahlen – zum Beispiel über
angezeigte Sexualdelikte in Schwimmbädern – wirken nur auf den ersten
Blick verlässlich. So hat es in zweieinhalb Jahren in Düsseldorf 32
Anzeigen gegeben, gemessen an der Vielzahl der Besucher und
Flüchtlinge in der Stadt ist das nicht hoch. Verlässlich ist auch
nicht der Begriff Sexualdelikt, bei dem fast jeder an Begrapschen und
Schlimmeres denkt. Er umfasst aber auch Taten, die für viele nur als
Dummejungenstreiche gelten – zum Beispiel, wenn ein Teenager zwei
Mädchen nur hinterherläuft oder ein Mann sich, ob nun aus Versehen
oder nicht, mal in die Frauendusche verirrt. Im Schwimmbad sollte
nicht jeder Blick auf Busen und Po per se als sexueller Übergriff
gewertet werden, nur weil derjenige, der da guckt, dunkle statt
blonde Haare hat. Sollte es aber Hinweise auf Belästigung geben –
egal durch wen -, sind alle aufgefordert, einzuschreiten und den
Bademeister zu holen. Die Bäder-Mitarbeiter sind extrem
sensibilisiert. Das muss genügen. Über Bade-Verbote für Migranten
sollte niemand auch nur eine Sekunde nachdenken.

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Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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