Rheinische Post: Kommentar: Notwehr von VW?

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Da ist sie wieder: die Arroganz des Autobauers,
der es einfach nicht lernt. Wie schon in den USA prescht VW vor,
verkündet voreilig Pläne und Entscheidungen und zeigt so deutlich,
wie wenig Respekt man vor der Autorität staatlicher Behörden hat. Ja,
so kann man diesen am Mittwoch einseitig begonnenen Rückruf deuten.
Aber es gibt auch noch die andere Seite – und die ist viel schlimmer:
Da ist mit dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) eine Aufsichtsbehörde, die
jahrelang Manipulationen übersieht; die in Windeseile einen
Rückruf-Plan abnickt, dann aber wochenlang nicht in der Lage ist, die
Freigabe endgültig zu erteilen. Betrachtet man die Geschehnisse so,
könnte man sagen, VW habe aus Notwehr so gehandelt, um nicht wieder
negative Schlagzeilen wegen nicht eingehaltener Rückrufpläne zu
produzieren. Dass der Aufschrei in KBA und Politik ausbleibt, sagt
viel über die Autorität der Behörde aus – und über die Nähe der
Politiker zur Auto-Industrie. Für Verbraucher, deren Schutz der Staat
garantieren sollte, ist das keine gute Nachricht. Das KBA muss daher
dringend reformiert werden.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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