Rheinische Post: Kommentar /Ölpreis gefährlich tief = Von Antje Höning

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Autofahrer und Heizöl-Kunden können es kaum
fassen. Diskutierte man vor kurzem Spritpreise von zwei Euro, geht es
nun für die Hälfte. Dem einzelnen Verbraucher sei die Entlastung
gegönnt. Volkswirtschaftlich gesehen ist der niedrige Ölpreis dagegen
ein Alarmzeichen. Zum einen zeigt er an, wie schlecht die
Weltkonjunktur gerade läuft. Zum anderen sendet er falsche Signale.
Teures Öl wirkte einst als Innovationspeitsche: Es zwang die
Autoindustrie, spritsparende Motoren zu entwickeln, und die
Chemieindustrie, immer effizienter zu produzieren. Dieser Druck ist
nun weg. Der Ölpreis ist so politisch wie kein anderer Preis. Die
Opec-Staaten um Saudi-Arabien halten ihre Produktion gegen
kurzfristige ökonomische Vernunft hoch, weil sie hoffen, dass der
Tiefpreis die US-Konkurrenz in die Knie zwingt. Zugleich rechnen die
Märkte das nahende Ende der Sanktionen gegen den Iran ein. Mit dem
Land kehrt eine Fördergroßmacht auf den Weltmarkt zurück. Auch für
das Klima ist das keine gute Nachricht: Es bräuchte weniger, nicht
mehr Öl in den Kesseln.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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