Rheinische Post: Kommentar / Organspende geht jeden an = Von Eva Quadbeck

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Ein Perspektivwechsel ist meistens hilfreich,
um seinen eigenen Standpunkt zu überprüfen. Wer bislang keinen
Organspende-Ausweis besitzt oder im Ernstfall nicht zu einer Spende
bereit ist, möge einmal seine Fantasie bemühen: Wie wäre die
Sichtweise, wenn man selbst oder ein naher Angehöriger schwer an
Nieren, Leber, Lunge oder Herz erkrankt? Und wie fühlte man als einer
von Tausenden, die auf ein Spenderorgan warten – in der Gewissheit,
dass im Laufe eines Jahres nur für jeden Vierten oder Fünften auf der
Warteliste ein Organ zur Verfügung stehen wird? Diese Fragen sollte
sich jeder einmal stellen. Wenn man dann trotzdem zu dem Ergebnis
kommt, dass man sich im Todesfall keine Organe entnehmen lassen
möchte, dann ist das eine akzeptable Entscheidung. Doch sich mit dem
Thema überhaupt auseinanderzusetzen, sollte jedem moralische
Verpflichtung sein. Wer einen Organspende-Ausweis mit dem Kreuz an
der Stelle „Ja, ich gestatte . . .“ in seiner Brieftasche mit sich
trägt, ist ein möglicher Lebensretter. Daher gehört die Neuregelung,
wonach die Krankenversicherungen regelmäßig über die Möglichkeit zur
Organspende informieren müssen, zu den sinnvollen Neuerungen nach den
Skandalen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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