Rheinische Post: Kommentar / Politik geht an den Kindern vorbei = Von Kirsten Bialdiga

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Gleiche Bildungschancen für alle Kinder, egal
ob aus armen oder reichen Verhältnissen, hat die rot-grüne
Landesregierung in NRW zu einem ihrer wichtigsten Ziele erhoben.
Nicht umsonst machte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft das
Vorzeigeprojekt „Kein Kind zurücklassen!“ zur Chefsache – aus der
Überzeugung, dass Kinder prekären Verhältnissen nur entkommen können,
wenn sie den gleichen Zugang zu Bildung haben. In 18 Modellkommunen
ließ sie die Angebote bündeln und miteinander verzahnen. Tatsächlich
mit einigen Erfolgen. Dagegen aber, dass die Kinderarmut in NRW
zunimmt – und zwar gegen den Bundestrend – konnte die Landesregierung
nichts ausrichten. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung kommt
zu dem Ergebnis, dass Kinderarmut am wirksamsten bekämpft werden
kann, wenn sie bei den Ursachen ansetzt. Und das ist vor allem
Arbeitslosigkeit der Eltern. Wenn also die Landesregierung
tatsächlich etwas für die Kinder tun will, sollte sie nicht länger
mit kleinteiligen Projekten an den Symptomen laborieren, sondern
ihren Fokus verstärkt auf eine wirksame Beschäftigungs- und
Strukturpolitik richten. Das würde den Kindern am meisten helfen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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