Rheinische Post: Kommentar / Pop oder Politik = Von Jörg Isringhaus

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Der Eurovision Song Contest hat es sich zur
Maxime gesetzt, in den künstlerischen Beiträgen politische Statements
außen vor zu lassen. Solange es in den Liedern allgemein um den
Frieden geht, ist das kein Problem, Europa vereinen soll bei diesem
Wettbewerb die Kraft der Musik – so wie bei den Olympischen Spielen
der Sport die Welt zusammenbringen soll. Wenn die ukrainische
Sängerin Jamala nach dem ESC-Sieg aber erklärt, sie sei glücklich
darüber, dass man die Wahrheit aussprechen könne und die Menschen
damit berühre, ist das eine deutliche politische Botschaft. Auch wenn
sie sagt, es gehe in dem Lied nur um die Geschichte ihrer
Urgroßmutter. Schon die Entscheidung, Jamals Beitrag mit in den ESC
aufzunehmen, war eine politische; genauso wie das überwältigende
Votum für ihren Song ein politisches ist. Wenn aber der ESC sich der
Politik öffnet, muss das für alle Künstler gelten, um den Wettbewerb
nicht zu verzerren. Ob das wünschenswert ist, sei dahingestellt. So
aber kämpfen diejenigen auf verlorenem Posten, die mit ein wenig
Trallala gegen Lieder ansingen, in denen Existentielles verhandelt
wird.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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