Rheinische Post: Kommentar / Prekäre Aspekte der Flüchtlingsdynamik = Von Gregor Mayntz

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Das Schicksal Zehntausender minderjähriger
Flüchtlinge, die allein gekommen sind, kann niemanden kalt lassen. Wo
sind die 5835 Vermissten? Wirklich bei Verwandten und Freunden? Oder
Opfer von Menschenhändlern? Die Verantwortlichen tun deshalb gut
daran, besonders sensibel mit diesen Kindern und Jugendlichen
umzugehen. Zugleich drängen sich auch andere Fragen auf: Wie viele
behaupten nur, noch nicht volljährig zu sein? Wie viele sind von
verantwortungslosen Angehörigen allein losgeschickt worden, damit sie
selbst einfacher nachkommen können? Und soll das honoriert werden?
Flüchtlingshelfer fürchten, dass mit dem Integrationsgesetz unter den
Unbegleiteten die Zweiklassen-Gesellschaft verschärft wird, der
Unterschied zwischen guter und schlechter Bleibeperspektive über gute
oder schlechte Integrationsbemühungen entscheidet. So ist das
Prinzip, das den Europäern helfen soll, die Flüchtlingsdynamik
beherrschbar zu machen. Aus gutem Grund geht das deutsche Asylrecht
jedoch vom Einzelfall aus. Werden Städte und Gemeinden von den Kosten
überfordert, ist der Bund gefordert, sich intensiver über die
Unterbringung Gedanken zu machen – und notfalls nachzulegen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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