Rheinische Post: Kommentar / Putins nächster Vorwand = Von Matthias Beermann

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Der Krieg in der Ukraine meldet sich zurück –
allerdings nur in unserer westlichen Wahrnehmung. Denn in
Wirklichkeit hat das Blutvergießen im Osten der Ukraine nie
aufgehört. Im Juli wurden allein aufseiten der ukrainischen
Regierungstruppen 200 Tote und Verletzte gezählt. Nun behauptet
Russlands Präsident Wladimir Putin, sein Geheimdienst habe auf der
von Russland annektierten Krim ein ukrainisches Terror-Kommando
gestellt. Hätte Putin die Welt in der Vergangenheit nicht schon
häufiger schamlos belogen, würde man der Geschichte vielleicht mehr
Glauben schenken. So aber klingt sie wie die düstere Verheißung einer
neuen Eskalation, wie ein Vorwand für die nächste Aggression.
„Terror“, das ist schließlich das Schlüsselwort, das für den Kreml
jedes Eingreifen rechtfertigt. Gerade aus Deutschland hatte es
zuletzt Vorstöße gegeben, den Dialog mit Russland wieder anzukurbeln,
beinahe um jeden Preis. Aber die Gesprächstherapie hat bei Putin
nicht angeschlagen, er will die nächsten Sitzungen sogar absagen. Er
hält sie für überflüssig. Und damit hat er sogar recht.

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