Rheinische Post: Kommentar / Rätsel-Razzia = Von Thomas Reisener

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Die spektakuläre Doppel-Razzia in Düsseldorf
und Schwelm wirft Fragen auf. Zum Beispiel diese: Auf der einen Seite
waren 80 Polizisten im Einsatz, darunter sogar die Elitetruppe GSG9,
die mit Maschinenpistolen im Anschlag Wohnhäuser gestürmt hat. Auf
der anderen Seite gab es keine einzige Festnahme, auch ein
Terror-Bezug wurde nicht bekannt. Wozu dann das martialische
Aufgebot? Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Polizei hat
die Lage falsch eingeschätzt und mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Oder sie hält Informationen zurück, weil viel mehr dahintersteckt. In
jedem Fall belegt der Vorgang die erhöhte Nervosität, die den
Sicherheitsapparat seit den Terroranschlägen von Paris erfasst hat.
Diese Nervosität war auch vor zwei Wochen schon bei den sieben unter
Terrorverdacht Festgenommenen in Aachen zu sehen, die ebenfalls
wieder auf freiem Fuß sind. Zugriffe dieser Art werden wir in den
nächsten Wochen wohl noch öfter erleben. Einige vielleicht zu
Unrecht. Aber in Zeiten wie diesen gilt: Lieber eine Razzia zu viel
als eine zu wenig.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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