Rheinische Post: Kommentar / Reagan gegen Roosevelt = Von Matthias Beermann

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In den wirtschaftspolitischen Ansätzen liegen
Demokraten und Republikaner in den USA traditionell meilenweit
auseinander. Doch in diesem Wahlkampf klafft der Graben noch ein
wenig tiefer als sonst. Das liegt mindestens so sehr an Hillary
Clinton, die programmatisch weit nach links gerutscht ist, wie an
Donald Trump, der die Reagan-Jahre und den Rückzug des Staates
beschwört. Trumps Konzept bleibt allerdings vage. Sicher ist nur,
dass er die Steuern drastisch senken will, wobei er sich über die
Gegenfinanzierung vornehm ausschweigt. Aber auch Clintons Pläne für
umfangreiche Investitionsprogramme à la Roosevelt würden kräftig Geld
kosten. Beides können sich die bereits hoch verschuldeten USA
eigentlich nicht leisten. Einig sind sich beide Kandidaten in der
Absicht, das Land wieder stärker abzuschotten. Sowohl Trump als auch
Clinton predigen Protektionismus. Er redet von Mauern und
Strafzöllen. Sie will Freihandelsabkommen, die sie einst glühend
befürwortet hat, kippen. Amerika igelt sich ein, egal wer diese Wahl
gewinnt. Das ist keine gute Nachricht für uns.

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