Rheinische Post: Kommentar / Remmel will wieder mal der Musterknabe sein = Von Detlev Hüwel

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Schon die alten Römer mahnten zur
Ausgewogenheit. „Audiatur et altera pars“ – man höre auch die andere
Seite, forderten besonnene Staatsmänner. Auch NRW-Umweltminister
Johannes Remmel wäre gut beraten, heute bei der Expertenanhörung zu
einer Naturschutz-Novelle genau zuzuhören, auch wenn es wohl Kritik
hageln wird. Vor allem der Landwirtschaft ist sein Gesetzesvorhaben
viel zu restriktiv. Sie reibt sich an dem geplanten Vorkaufsrecht für
Naturschutz-Stiftungen. Typisch Remmel. Ebenso wie beim Klimaschutz
oder der Landesplanung will sich der Grüne wieder einmal als
bundesdeutscher Musterknabe profilieren. So sollen nicht nur zehn,
sondern sogar 15 Prozent der Landesfläche als Biotope dienen. Sein
alarmierender Hinweis, dass in NRW jeden Tag zehn Hektar Fläche
verbaut werden, ist zwar nicht von der Hand zu weisen. Aber auch er
muss bedenken, dass die Wirtschaft Luft und Land zum Wachsen braucht.
Eigentlich wäre spätestens an dieser Stelle der
nordrhein-westfälische SPD-Wirtschaftsminister – Garrelt Duin heißt
er – gefragt, dem umstrittenen Naturschutzgesetz zu mehr
„Bodenhaftung“ zu verhelfen. Bisher hat man dazu von ihm noch nichts
gehört. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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