Rheinische Post: Kommentar / Roaming – Europa verpasst eine Chance = Von Reinhard Kowalewsky

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Die Symbolwirkung der neuen EU-Vorschläge zum
Roaming ist eine Katastrophe: Anstatt Europas Bürger weiter für die
Vorteile des europäischen Binnenmarktes zu begeistern, verlieren sich
die Regierungen in Details von aufschlagfrei nutzbaren Paketen von
Telefonie, SMS und Megabyte. Das ist traurig, denn zur Europawahl
hatte die Politik noch für ein Ende des Roamings getrommelt. Es
sollte für die Bürger gleich teuer sein, ob sie nun im Inland per
Handy telefonieren oder aus dem Ausland in ihrer Heimat anrufen. Und
es sollte für die Menschen egal sein, ob sie in Köln oder in
Barcelona per Smartphone ins Internet gehen. Die Politik muss kräftig
nachbessern. Das Optimum wäre, wenn Roaming doch ganz abgeschafft
würde. Falls aber Obergrenzen für „freie“ Kommunikation in anderen
Ländern unvermeidbar sind, müssen die Freigrenzen viel höher liegen
als der jetzige Vorschlag: Es muss Bürgern möglich sein, ohne weitere
Kosten Freunde daheim auch aus dem Ausland anzurufen. Und gerade im
Urlaub darf es nicht zu teuer werden, sich zu informieren. Dann
wissen die Bürger, dass Europa ihnen persönlich nützt – auch wenn es
noch keinen digitalen Binnenmarkt gibt.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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