Rheinische Post: Kommentar / Rückschlag für Athen = Von Martin Kessler

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Ein Land, das fast das Doppelte seiner
Wirtschaftsleistung als Schulden mit sich herumträgt, leistet sich
den Luxus von fünf Wahlen in fünf Jahren. Fast jede bedeutete auch
eine Verzögerung des Reformprogramms. So kann Griechenland im
Gegensatz zu Ländern wie Irland, Portugal oder Spanien die Sanierung
einfach nicht schaffen.

Zu allem Überfluss zeichnen sich noch nicht einmal eindeutige
Mehrheiten ab. Es ist gut möglich, dass der charismatische
Links-Premier Alexis Tsipras keine klare Mehrheit erhält, sondern in
komplizierten Verhandlungen eine Koalitionsregierung bilden muss, die
jederzeit zerbrechen kann. Sogar eine Rückkehr der diskreditierten
konservativen Altpartei „Nea Demokratia“ ist möglich. Das verstehe,
wer will.

Es sind also nicht so sehr die Schulden, die eine Rückkehr des
Landes auf den Wachstumspfad verhindern. Es ist die mangelnde
Bereitschaft der politischen Klasse, endlich aus der Dauerkrise die
richtigen Konsequenzen zu ziehen. Der Mentalitätswandel lässt weiter
auf sich warten. Dabei ist der die einzige Chance, die Krise
nachhaltig zu überwinden.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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