Rheinische Post: Kommentar: Ruf nach armer Kirche

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Ein halbes Jahrhundert ist für die
römisch-katholische Kirche ein Wimpernschlag. So gesehen ist der
Katakombenpakt von 1965 – den 40 Bischöfe unterschrieben – gerade
erst geschlossen. Das beruhigt, da die Hoffnung bleibt, Forderungen
des Paktes nach einer konsequent armen und vehement dienenden Kirche
mögen wahr werden. Dagegen spricht nach jetzigem Stand fast alles.
Die Finanzskandale des Kirchenstaates und das fürstliche Auftreten
einiger Würdenträger geben das Bild einer Institution mit nur noch
trauriger Botschaft ab. Dafür aber spricht die Mission von Papst
Franziskus, der die Idee einer armen Kirche ohne Prunk, Tand und
Machtgehabe aus Lateinamerika mitgebracht hat und damit seit Beginn
seines Pontifikats auf Überzeugungstour ist. Der Katakombenpakt ist
der Ruf nach einer samaritischen Kirche. Das ist nicht weniger
revolutionär als das Evangelium selbst. Dies aber ernst zu nehmen,
also beim Wort, erscheint immer noch schwieriger zu sein als manch
blitzgescheite Exegese. Im Evangelium gehört das Reich den Armen.
Warum nicht auch die Kirche?

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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