Rheinische Post: Kommentar / Schäubles Griechen-List = Von Antje Höning

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Für Griechenland ist nun fast täglich Zahltag:
Mal sind Milliarden für den Währungsfonds fällig, mal für die
Europäische Zentralbank. Und jeder Zahltag könnte der letzte sein,
wenn Premier Tsipras feststellt, dass die Kasse – trotz Plünderung
von Kommunen und Rentenversicherung – leer ist. Wenn seine Regierung
bis dahin keine Reformen gestartet hat, die über Gyros-Steuern und
das Ausspähen von Kellnern durch Touristen hinausgeht, werden die
Geldgeber das Land fallen lassen. Noch rettet Athen das Diktum der
Kanzlerin, man wolle Griechenland im Euro halten. Doch Schäuble, der
schlaue Fuchs, hat nun ein Schlupfloch gefunden. Er spricht sich für
das von Tsipras angeregte Referendum zu Reformen aus. Schäubles Motiv
ist klar: Da die Griechen gegen harte Reformen stimmen werden, sind
sie es dann eben selbst, die ihr Land aus dem Euro und ins Chaos
katapultieren. Aber: So verständlich Schäubles Zorn über den Athener
Starrsinn ist und so viele Schutzwälle die EU seit 2010 errichtet hat
– ein Grexit wäre, das zeigte gestern die Börse, für den Euro
weiterhin ein großes Risiko.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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