Rheinische Post: Kommentar / Schuldenerlass kommt = Von Birgit Marschall

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Die Kanzlerin hatte es schon nach dem
Euro-Gipfel im Juli richtig gesagt: Staatspleite und Euro-Ausscheiden
Griechenlands wären für Europa gefährlicher und wohl am Ende auch
teurer geworden als die Alternative eines dritten Hilfspakets. Auch
dieser Weg ist mit hohen Kosten, Risiken und Misstrauen verbunden,
aber er ist der bessere.

Diese Entscheidung ist also schon Mitte Juli gefallen. Man mag
über die demokratischen Mitbestimmungsrechte der Parlamente in Europa
diskutieren, doch hinterher von seinem Recht als Abgeordneter
Gebrauch zu machen und mit Nein zu stimmen, mutet vor diesem
Hintergrund wenig zielführend an.

Was die Abweichler so erzürnt, ist die zusätzliche Taktiererei der
Regierungsspitze, nicht im Vorfeld der Abstimmung anzusprechen, dass
es im Herbst zum Schuldenerlass kommen wird. Doch Merkel darf das
jetzt nicht eingestehen, denn sonst würde in Griechenland alles
wieder still stehen. Der Schuldenerlass wird sicher kommen, damit
Griechenland eine Chance hat, wieder zu wachsen. Und ohne Wachstum
würde es seine Schulden niemals zurückzahlen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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