Rheinische Post: Kommentar / Schulministerin ist in Erklärungsnot = Von Thomas Reisener

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Der Unterrichtsausfall an NRW-Schulen ist ein
Dauerthema. Aber was jetzt der Landesrechnungshof herausgefunden hat,
ist von ganz neuer Qualität: Offenbar lässt der überwältigende Teil
der Realschulen und Gymnasien im Land nicht nur eingeplanten
Unterricht ausfallen, sondern plant von vornherein auch weniger
Stunden ein als vorgeschrieben. Unterrichtsausfall kann man noch mit
unvorhersehbaren Krankenständen und anderem Unbill erklären. Aber das
planmäßige Unterschlagen von klar vorgeschriebenen Leistungen nicht.

Sicher, viele Schulen sind in Not. Vielleicht haben einige
tatsächlich zu wenig Lehrer, um die vorgeschriebenen Umfänge zu
leisten. Aber es ist ein Skandal, dass erst der Landesrechnungshof
diesen Missstand aufdecken muss. Haben die Schulleiter entsprechende
Probleme gemeldet? Was wusste die Schulaufsicht? In welchem Umfang
war ab wann das Ministerium informiert? Auf mindestens einer dieser
Ebenen gab es entweder Vorsatz oder Fahrlässigkeit – sonst hätte der
Landesrechnungshof den Missstand nicht für mehrere Jahre
dokumentiert. Schulministerin Sylvia Löhrmann ist den Schülern,
Eltern und Steuerzahlern des Landes Antworten schuldig.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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