Rheinische Post: Kommentar / Schwierige Integration in den Arbeitsmarkt = Von Gregor Mayntz

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Experten hatten es vorhergesehen: Je mehr
Asylanträge entschieden sind, desto höher wird die Arbeitslosigkeit
unter den Flüchtlingen. Nun bestätigt das ein erster Trend. 30.000
beschäftigten Flüchtlingen stehen 130.000 arbeitslose gegenüber. Das
ist offensichtlich nur ein Vorgeschmack auf das, was als
Zwischenbilanz am Jahresende gezogen werden muss. Umso wichtiger ist
es, vollmundigen Ankündigungen auch kraftvolle Taten folgen zu
lassen. Dax-Konzernlenker hatten im Herbst die Qualifikation vieler
Flüchtlinge gelobt. Das sei genau das, was die Unternehmen in
Deutschland bräuchten. Ein dreiviertel Jahr später schlägt sich das
in kümmerlichen 54 Anstellungen nieder. Dagegen haben die 180.000
Familienbetriebe weniger angekündigt, aber wenigstens jeder zehnte
hat sein Personal um fähige Flüchtlinge erweitert. Wenn es stimmt,
dass auch die jüngsten Gesetzesnovellen zur besseren Integration die
Beschäftigungshürden nicht beseitigen, dann müssen die Vorschriften
nachgebessert werden. Zugleich tut der Debatte eine Versachlichung
gut. Die Herausforderung ist eben nicht mit links zu schaffen – aber
auch kein Grund, es nicht verstärkt anzugehen.

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