Rheinische Post: Kommentar / SEK-Schlammschlacht = Von Thomas Reisener

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Im Skandal um die widerlichen Aufnahmerituale
bei einem Kölner Sondereinsatzkommando (SEK) setzt jetzt der – bei
solchen Themen immer erwartbare – Gegensturm ein: Das Opfer, das
allen Mut zusammennahm und die Missstände anzeigte, sei in Wahrheit
nur ein Querulant und Nestbeschmutzer. Sagt die Gegenseite. Und
Polizeipräsident Wolfgang Albers wird gleich mit angegriffen, weil er
das Opfer ernst genommen hat.

Man kann Albers in diesem Zusammenhang vieles vorwerfen. Dass
solche Zustände in seiner Behörde überhaupt möglich sind. Vielleicht
auch, dass er zu spät reagierte. Aber nicht, dass er die
Staatsanwaltschaft eingeschaltet und eine hausinterne Untersuchung
angeordnet hat. Was hätte Albers denn wohl sonst machen sollen?
Immerhin gab ein Staatsbeamter schriftlich zu Protokoll, dass er von
Kollegen über Tage hinweg mehrfach gefesselt, mit Alkohol
„zwangsabgefüllt“ und anderweitig erniedrigt wurde. Von einem
Polizeipräsidenten ernsthaft zu verlangen, derart massiven und
konkreten Vorwürfen nicht gründlich nachzugehen, ist lächerlich.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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