Rheinische Post: Kommentar: Sicherheitsdebatten in Cyber-Zeiten

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Das als böse Vision aus der Zukunft des
Internets galt, bekommt reale Konturen: Die weit verbreitete Spionage
wird um die Vorbereitung von Sabotage ergänzt. Haben wir vor diesem
Hintergrund eine schräge Debatte geführt, als wir die amerikanischen
Ausspähpraktiken als Bedrohung für den zivilisierten Umgang zwischen
Staaten in den Mittelpunkt stellten? So richtig es war, auf
Einhaltung von Gesetzen und bürgerlichen Schutzsphären auch bei
befreundeten Nationen zu bestehen, so falsch war es, die wirkliche
Bedrohung durch aggressive Regime wie Russland dabei aus dem Blick zu
verlieren. Wenn im Winter die Energieversorgung ausgeknipst wird, im
Krankenhaus die OP-Technik nicht mehr funktioniert und durch
manipulierte Ampeln, Weichen und Flugüberwachung ein Land ins Chaos
gestürzt werden kann, dann ist Cyber nicht mehr irgendwo im
virtuellen Raum. Dann droht im Ernstfall eine unter Druck stehende
Nation dem Gefühl der Wehrlosigkeit ausgesetzt zu sein. Dagegen hat
sich Deutschland zu wappnen. Die offene Gesellschaft ist schon immer
angreifbar gewesen. Im Internetzeitalter ist sie noch verwundbarer.
Führen wir also die Debatte weniger schräg und mehr gewichtet.

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Rheinische Post
Redaktion

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