Rheinische Post: Kommentar / SPD-Verhandlungsfehler = Von Martin Kessler

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Die Bedenken der SPD, den geflüchteten Kindern
den Nachzug der Eltern zu verweigern, sind berechtigt. Wer es ernst
meint mit Familie, darf die Zusammenführung von unbegleiteten
jugendlichen Flüchtlingen mit ihren Eltern nicht grundsätzlich
blockieren. Da geht es nicht darum, ganze Clans ins Land zu holen,
sondern es mindestens einem Erziehungsberechtigten zu erlauben
nachzuziehen. Auch Schleuser, die gezielt Kinder auf die Flucht
schicken, sind kein Argument gegen den Familiennachzug. Man muss
ihnen eben anders das Handwerk legen. Leider hat die SPD das bei
ihren Verhandlungen nicht ausreichend berücksichtigt. Das
Familienministerium hat Fehler gemacht. SPD-Chef Gabriel hat dem
Familiennachzug bei unbegleiteten Kindern nicht genügend
Aufmerksamkeit geschenkt. Jetzt ist es schwierig, diesen Fehler
wieder auszubügeln. Zugleich muss die SPD ein Konzept entwickeln, das
dem Zuzug großer Familien Einhalt gebietet. Das geht nur, wenn der
Familiennachzug eher restriktiv gehandhabt wird. Doch auch dieses
Konzept fehlt.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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