Rheinische Post: Kommentar / Sünde durch Unterlassen = Von Frank Vollmer

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Papst Johannes XXIII. wird der Satz
zugeschrieben, die Kirche müsse das Fenster zur Welt öffnen – was er
1962 mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil tat, zum Segen für seine
Kirche. Am Ende der Bischofssynode zu Ehe und Sexualität 2014 lautet
die Erkenntnis: Das Fenster klemmt. Am Ende fehlte der Mut zu neuen
Wegen im Umgang etwa mit Geschiedenen, weil eine starke Minderheit
sich der Einsicht verweigert, dass Barmherzigkeit nicht Häresie sein
muss. Das tut weh, weil wieder eine Chance vertan wurde. Aber
immerhin: Die Dinge sind in Bewegung geraten; Rom erlebt eine bisher
unvorstellbare Offenheit und eine neue Diskussionskultur. Ein
Schandfleck auf der Synodenbilanz – man muss es so hart sagen – ist
es allerdings, dass ein Drittel der Bischöfe nicht einmal der ohnehin
dürftigen Formulierung zustimmen mochte, Schwulen und Lesben sei „mit
Respekt und Takt“ zu begegnen. Genauso steht es immerhin im
Katechismus. Davon wollten die Neinsager aber offenbar nichts wissen.
Die Kirche hat eine Bezeichnung für ein solches Verhalten: Sünde
durch Unterlassen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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