Rheinische Post: Kommentar / Syriens Perspektiven = Von Gregor Mayntz

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Schon lange gibt es unter den Akteuren im
Syrien-Krieg kaum noch einen, der in den Spiegel schauen kann. Nach
dem feigen Angriff auf die Helfer, die Zehntausenden Hungernden und
Verletzten Lebensmittel und Medikamente bringen wollten, ist das Buch
der entsetzlich grausamen Kriegsverbrechen wieder dicker geworden. Es
ist richtig, dass die internationale Gemeinschaft darauf setzt, immer
einmal mehr an einem Waffenstillstand zu arbeiten, als Feuerpausen
gebrochen werden. Doch der Durchbruch zum Frieden ist so lange
unwahrscheinlich, wie die Widersprüche der Allianzen nicht aufgelöst
sind und sich einzelne Kriegsparteien in dieser Lage Vorteile
erhoffen können. Am erfolgreichsten, so zynisch dieses Wort im
Zusammenhang mit immer neuem Blutvergießen ist, agiert das aus Moskau
und Teheran unterstützte Assad-Regime. Zwischenzeitlich in eine
aussichtslose Position niedergekämpft, will es nun das ganze Land
zurückerobern, kündigte es als erstes den Waffenstillstand auf. Die
Welt muss sich schämen für Syrien.

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