Rheinische Post: Kommentar / Tengelmann und NRW = Von Kirsten Bialdiga

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Auf den ersten Blick spielt das Schmierenstück
um die Ministererlaubnis von Sigmar Gabriel (SPD) vor allem in
Berlin. Schließlich ist es der Bundes-Wirtschaftsminister, der das
Kartellamts-Verbot der Fusion von Edeka und Tengelmann ausgehebelt
hat. Doch die Affäre hat auch viel mit NRW und den bevorstehenden
Landtagswahlen zu tun. Denn ausgerechnet hier stehen besonders viele
defizitäre Kaiser–s Tengelmann-Filialen, wie aus geheimen Unterlagen
hervorgeht. 91 der 135 NRW-Märkte schreiben Verluste, es stehen also
gerade an Rhein und Ruhr mehrere tausend Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Tengelmann könnte im Land so etwas wie ein zweiter Fall Schlecker
werden. Eine ziemliche Hypothek für den Wahlkampf von Hannelore Kraft
(SPD). Mit seiner Ministerlaubnis hätte Gabriel dieses Szenario
vorerst abwenden können – zumindest für die Phase des Wahlkampfs.
Doch offenbar unterliefen ihm ein paar gravierende handwerkliche
Fehler. Und die könnten ihm und der SPD nun mindestens so viel
Schaden zufügen wie drohende Arbeitsplatzverluste bei Kaiser–s
Tengelmann.

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