Rheinische Post: Kommentar / Trübe Aussichten für die Landwirtschaft = Von Detlev Hüwel

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„Milch macht müde Männer munter“, versprach
früher mal ein flotter Werbespruch. Doch über ihn können die meisten
Milchbauern derzeit wohl nicht einmal mehr müde lächeln. Während sich
die Verbraucher über die immer weiter absackenden Milchpreise freuen,
sind auch im Rheinland viele Landwirte in ihrer Existenz bedroht. Sie
leiden unter einem knochenharten Wettbewerb, dessen Ende nicht
absehbar ist. Nach derzeitiger Lage gibt es für die Milchbauern keine
Aussicht auf Besserung. Entweder sie machen mit oder sie orientieren
sich um. Den Markt wird das nicht beeinflussen: Über jeden, der
aufgibt, freuen sich die Milchproduzenten in anderen Ländern. Die
großen Einzelhändler können also weiter die Preise diktieren. Auch
die Vieh- und Getreidebauern sind mächtig unter Druck geraten. Das
Embargo gegenüber Russland und die infolge zurückgehender Konjunktur
geschrumpfte Nachfrage der Chinesen haben auch ihre Einkünfte
erheblich geschmälert. Jetzt zeigt sich drastisch: Die Landwirtschaft
ist längst global geworden. Erst wenn sich weltweit die Lage
entspannt, dürfen auch unsere Bauern wieder auf existenzsichernde
Einnahmen hoffen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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