Rheinische Post: Kommentar / Türkische Terrorgefahr = Von Gregor Mayntz

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Lieber einmal zu viel vorgebeugt als einmal zu
wenig. Nach dieser Devise wurde bereits eine ganze Reihe von
Veranstaltungen abgesagt, wenn ein Terrorverdacht nicht mehr nur
abstrakt im Raum stand – Radrennen, Karnevalszug, Fußballspiel. Nun
ließ das Auswärtige Amt deutsche Einrichtungen in der Türkei
schließen. Es ist sicherlich kein Zufall, dass gleichzeitig auch das
Flugfeld in Incirlik, wo deutsche Tornado-Besatzungen stationiert
sind, seine Sicherheitsvorkehrungen auf die höchste Warnstufe
heraufsetzte. Die anhaltende Serie blutigster Anschläge in der Türkei
zeigt, dass Terrorbanden sich in dem Land offensichtlich freier
bewegen können als in Deutschland. Wer also Deutsche treffen will,
könnte geneigt sein, es dort zu versuchen. Deshalb tat Berlin gut
daran, in der Türkei zu reagieren, auch wenn das türkischen Behörden
wegen der Signalwirkung nicht passt. Freilich erscheint der angeblich
nicht gezielt verübte Mord an elf deutschen Touristen nahe der Blauen
Moschee in Istanbul vom Januar nun ebenfalls in einem anderen Licht.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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