Rheinische Post: Kommentar / Türkisches Porzellan = Von Matthias Beermann

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Es ist die undankbare Aufgabe von
Außenministern, politische Scherben zusammenzukehren. Und an
zerschlagenem Porzellan mangelt es derzeit nicht im Verhältnis
zwischen Deutschland und der Türkei. Nach allem, was man weiß, hat
Sigmar Gabriel die Probleme gegenüber seinem türkischen Amtskollegen
Mevlüt Çavusoglu mit der gebotenen Deutlichkeit angesprochen. Man
muss aber leider daran zweifeln, dass eine offene Aussprache genügt,
um die ramponierten Beziehungen zu kitten. Solange die türkische
Regierung die Schuld an der angespannten Lage allein den Deutschen
zuschiebt, ist die nächste verbale Eskalation programmiert. Offenbar
hält der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan an seinem Vorhaben
fest, zu einem Wahlkampfauftritt nach Deutschland zu kommen. Dies
einfach zu verbieten, ist gewiss nicht einfach. Aber man darf sich
auch fragen, ob wir Erdogans Nazi-Vorwürfe widerlegen müssen, indem
wir ihn hierzulande reden lassen. Umgekehrt wäre es logisch: Der
türkische Präsident entschuldigt sich für seine Entgleisungen. Dann
ist er uns als Gast willkommen.

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